[flame] avantourimus / page #10

Liebe Freunde,

melde mich nun auch im Forum zurück. Der Versuch auf einer kleinen, autofreien Insel im Süden als Paradoxon an meiner Autobiographie zu schreiben, scheiterte auf höchstem Niveau und lässt mich in Frieden in die Abgase der Städte zurückkehren.

Als Erfahrung habe ich mitgebracht, dass meine Neugier für selbst gebastelte Fortbewegungsgeräte gewachsen ist. Auch auf Lopud, meiner Insel, braucht der Waren- und Menschentransport auf beengten Wegen und Pfaden doch eine Form von Fahrzeug. Ein recht originelles Quasigolfcab in Eigenbauweise mit Driver jedoch ohne Driver und Putter zu besteigen, konnte ich nicht abschlagen. In jeder Kurvenlage gewinnt der Existentialismus an Bedeutung und Einsteins Theorien können noch um den Zusatz erweitert werden, dass relativ niedrige Geschwindigkeiten in Objekten mit kaum Masse und Stoßfedern plötzlich als subjektiv sehr hoch empfunden werden.

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Noch immer beeindruckt, keine bleibenden Schäden im Bewegungsapparat davon getragen zu haben, finde ich Deine Idee Martin, meine Autounfallkollektion - entsprechend aufgearbeitet - ins Festival einzubringen, durchaus elektrisierend. Wir werden beim Dienstagtreffen bei Pölzer nächste Woche sicherlich darüber zünden.

Norberts Japan Impressionen sind eine schöne, runde Geschichte zum Thema Raum und den motorisierten Altären des Kraftstoffes. Der Wandel, dass Parkplatz bald wesentlicher wird als Fortbewegungsmittel setzt sich ja auch bei uns durch Umweltzonenerweiterungen langsam durch.

Mich haben bei meinem letzten Japanbesuch auf Sakurajima vor der Südinsel Kijushu ja mehr die Schutzverdecke für die Autos interessiert. Durch den regelmäßigen Aschebefall des Vulkans stehen Autos nur sehr selten im Freien, obwohl hier noch viel Platz auf der Strasse wäre.

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Trotzdem gibt es ein Traumfahrzeug, ebenfalls ein Unikat, für das ich alle Gesundheitsbedenken ad acta legen und ich sofort besteigen würde, wenn möglich an dem Ort, für den es bestimmt war. Leider geht es dem russischen Gerät so wie mir, beide haben wir (noch) nicht die Erde verlassen.

per aspera ad astra
Emil

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["elektrisiert"] ["avantourismus" 2011]


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