Ich neige zur Ansicht, dieses Auto gibt kein
Selbstvertrauen, es verlangt welches. Anders ausgedrückt, man braucht schon Mumm, um sich
damit blicken zu lassen. In Amerika nennt man sowas Neoklassik-Auto.

Daß der Produzent geltend macht, er stünde für "America's
most luxurious cars", muß man ja nicht gleich wörtlich nehmen. Die Dimension
des Wagens ist freilich beeindruckend. Da hat der Ford V8 mit seinen 420 PS gut zu
arbeiten.
Die Company wurde 1978 gegründet, um die riesigen Fuhren der
Reichen aus den 1930er-Jahren zu zitieren. Geld und guter Geschmack finden aber nicht
verläßlich zusammen, weshalb dieser Neoklassiker belegt, daß Neureiche meist
nicht über die ästhetischen Erfahrungen des einstigen Großbürgertums verfügen.
Der Hersteller versucht sich mit jener Ära zu assoziieren: "Zimmer
motor cars are recognized all over the world as the ultimate expression of ones
personal style motor cars reserved for a privileged few."

Das geht natürlich schief. Die Technik ist Massenware, das Design
des Häusels kann sich nicht einmal im Vorgarten der einstigen Karosserie-Schneider sehen
lassen, allein die Scheinwerfer demonstrieren schon einen Mangel an exquisiter
Linienführung.
Macht nichts! Der vormalige Retro-Traum ist inzwischen seinerseits
zum Klassiker geworden. Das Selbstbewußtsein des Anbieters beeindruckt, wo es das
Fahrzeugdesign nicht kann: "Zimmer motor cars are designed, engineered and hand
built with one basic goal: to be the finest expression of automotive art that exists
today."
Wie heißt es volkstümlich? "Bescheidenheit ist eine Zier,
doch besser lebt man ohne ihr." Immerhin zeigt der "Goldene Geist"
Masse. Wucht.

Derart mächtige Auspuffrohre waren einst ein Hinweis auf
Kompressor-Motoren. Der Kühlergrill darf an einen griechischen Tempel erinnern. Adler und
Siegerkranz zieren die Nase. Der Spirit bringt es optisch auf drei Reserveräder.
Dies ist das Zweitürer Cabrio, für das über 200.000,- Dollar fällig sind. Zimmer
bietet auch Viertürer, je als Cabrio, Sedan oder lange Limousine. Ende der Durchsage.