17. Dezember 2007

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Eben noch waren diese Räume von unserem Auftakt geprägt, nun ist es eine ganz andere Geschichte geworden. Aus dem "herbst_raum" wurde der "zeit_raum". Das sind Momente kleiner Irritationen. Nun hängt da die Ausstellung von Dieter Hartmann und Gabi Troester ... aber diese Umbrüche haben ja was sehr Anziehendes ... alles konzentriert sich längst wieder auf andere Prozesse, neue Stationen, während aber da, lokal, ein Faden aufgegriffen wurde, vielleicht Kontinuität entsteht.

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Die "three letters to the past" [link] werden nun in der Festung Kluze bei Bovec (Slowenien) gezeigt. In der Oststeiermark verdichten sich inzwischen ganz andere Arbeitsansätze. An manchen Ecken bekommt die Gegenwartskunst noch reht banale Abfuhren:

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So ist einer der Ausstellungshinweise im Mistkübel gelandet. Aber egal was man tut, man ist damit eben immer jemandem im Wege. Nicht bloß im "Realraum", auch im Web gibt es, obwohl da wahrlich genug Platz ist, wache Geister, die sich beengt fühlen. Zum Beispiel von mir und diesem Logbuch. So erhalte ich dann gelegentlich das, was man bei Zeitungen "Leserbriefe" nennt. In der online-Welt läuft sowas als "flame". Da heißt es etwa:
>>so, und jetzt verzieh dich brav, wohin du wirklich gehoerst<<

... was wahlweise "Mistkübel" oder "Ostblock" meint; auch andere Destinationen werden empfohlen. Und es gibt Befunde dieser Art:
>>du einfallsloser gecko und handke ministrant<<

Nun bin ich gewiß für einen "Gecko" zu übergewichtig und zu langsam, für einen "Geck" zu schlecht gekleidet, auch würde es mir nicht gerade einfallen, Peter Handke anzubeten und ihm zarte Glöckchen zu läuten. Aber das ist doch eine überaus amüsante Zuschreibung.

Das bezieht sich mutmaßlich auf meine Reflexionen über die Kontroversen, die sich Handke mit vor allem Zeitungsleuten geliefert hat und vermutlich wieder liefern wird. So als ginge es momentan um derlei Scharmützel. Dabei geht es darum, welche LÖSUNGEN Europa vorschlägt, da das Kosovo und Metohia einen Zug zur Sezession zeigt und Serbien konkreten Rückhalt braucht, sehr praktische Unterstützung, damit der Nationalismus, der quer durch Europa sich kräftig rührt, aus dieser Situation keinen Nutzen ziehen kann.

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Während ein großer Teil des westlichen Europas demographisch einknickt und überaltert, also in absehbarer Zeit um Zuwanderer wird betteln müssen, vor allem, falls man qualifizierte und gut ausgebildete Leute haben möchte, während also die Politiker endlich die Karten auf den Tisch legen sollten, um genau das einzubekennen, wird auch da, in der Regierung, das nationalistische Liedchen geträllert. Das Kind Arigona Zogaj muß in das Kosovo, wird für die Abschiebung zurechtgestellt. (Quelle: "Kleine Zeitung") Ich habe in einem Grazer Lokal mit dem freundlichen Namen "Heu" einen strammen Österreicher sagen gehört: "Da brauch ich gar nicht nachdenken. Die Kanaille muß weg."

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Derweil bin ich freilich auch für ganz und gar unerhebliche Momente höchst anfällig. Es ist natürlich kein spektakuläres Motiv. Vermutlich wird es nur Enthusiasten auffallen. Diese kleine Szene in Weiz zeigt neben dem neuen Fiat 500 (links), der es eben zum "Auto des Jahres" gebracht hat, einen 850er Fiat, wie er Mitte der 1960er auf den Markt gekommen ist, und rund ein Jahrzehnt gebaut wurde. Was am Neuling deutlich macht: So hoch werden also heute die Türen gezogen, um die Passagiere gut zu verpacken. Somit fällt etwas flach, was in meinen Jugendtagen ein konstituierendes Merkmal von Coolness war: Das entspannte Auflegen des linken Ellbogens im Fensterrahmen.


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