16. August 2010

Welche Instanz mag das sein, die in mir manchmal den Streik ausruft? Ich hab's im Kopf, doch wenn ich mich hinsetze, kann ich es nicht schreiben. Streikbrecher finden keine Chance. Die Gedanken fliegen, die Hände sind lebhaft, doch dazwischen hängen irgendwelche Einheiten grölend im Netz. Pausenmodus. Schreibstreik. Warten auf bessere Bedingungen.

Ich ahne freilich, das sind Maßnahmen des Ordnungsamtes. Denn nur wenn ich mich unfähig fühle, mein "Primärgeschäft" zu betreiben, kann ich mich aufraffen, wenigstens in meiner Küche Ordnung zu schaffen.

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Die Küche ist übrigens meine Studierstube. Sie ist ferner das Behältnis für meine "Boulevard- Enzyklopädie". Das bedeutet, über die Wochen und Monate häufen sich dort enorme Stapel an Zeitungsausschnitten, die mir in Momenten wichtig erschienen. Manches davon werde ich länger aufbewahren wollen, das ahne ich oft schon im Momenten des Herausreißens.

Dieses Ordungsgeschäft, wenn in mir Schreibstreik herrscht und ich beginne Altpapier von Behaltpapier zu trennen, letzteres in Mappen zu ordnen, macht dann meine Wohnung wieder besser begehbar. Der Trampelpfad, meine Kaffeestrecke ... davon erzählt übrigens mein aktueller Sonntags-Beitrag auf der Architekturplattform GAT: "Strecken und Geschmäcker".

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Zu den Stapeln von Zeitschriften und Journalen gehören auch Stapel von Büchern. Im Krusche-Trakt des Kulturgeschehens gilt das Prinzip "Kein Schreiben ohne Lesen". Das bedeutet, wenn ich zu lange nichts lese, versiegt das Schreiben völlig.

Es scheint um Dispositionen zu gehen. In dieser Erfahrung liegt meine Annahme begründet, daß Künstler zu sein verlangt, sein Metier an wenigstens 350 Tagen des Jahres permanent praktisch auszuüben. Es mag zur Genialität neigende Leute geben, die mit weniger Praxis auskommen und dennoch erhebliche Werke beziehungsweise Prozesse hervorbringen. Das wäre dann eine andere Liga.

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Natürlich fallen zwischenzeitlich Ergebnisse an. Zum Beispiel hier. Schloß Hainfeld war ein wichtiger Angelpunkt bei der ersten steirischen "regionale" im Jahr 2008. Dort hat Künstler Gerhard Flekatsch ein längerfristiges Projekt initiiert, im Rahmen dessen gerade die Ausstellung "fremd" läuft: "da ist ein schweigen in omarska" [link]

Oder ich wende mich weiter ganz trivialen Dingen zu. Auf dem Weg von Belfast an's Meer hatte ich vor einiger Zeit ein Automobil erwischt, das so tut, als wäre es schon in der Zwischenkriegszeit gebaut geworden. Einzelstück? Kleinserie? Mühsames Suchen.

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Es ist höchstwahrscheinlich ein Fleur de Lys Landaulet, keine 20 Jahre alt. Bei der Sucherei bekam ich dann richtige Schönheiten zu sehen. Elektromobilität ist ein zunehmend präsentes Thema. Daß darin mehr als hundert Jahre Vorgeschichte liegen, ist keineswegs allgemein bekannt.

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Hier ein Maschinchen von "Babcock Eletrics" an der Ladestation. Dieses und viele andere Motive sind bei einem Händler gelistet: [link]


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