30. September 2022

Clash of Narratives

Ich versuche das für meine Weltsicht neu zu sortieren: Menschen. Haben. Interessen. Die werden verfolgt. Was sonst? Egal, ob nun zurückhaltend sehnend, ob strategisch und smart, auch obsessiv und unvernünftig kann sich allerhand ereignen. Eine spezielle Liga bilden heuchlerische Kreaturen, die ihr Unternehmen hübsch bemänteln und so mindestens für ihre Show Applaus abholen, ganz egal, welche konkrete Interessenslage dahintersteht. (Ein Operetten-System.)

Ich versuche alle diese Varianten als legitime Ansätze der Interessensverfolgung zu begreifen. Ethos kann sich nur aus Konsens und gemeinsamer Praxis ergeben. Zum Wettkampf der Ideen kommt stets auch ein Wettlauf der Interessen.


Da Österreich in wenigen Tagen seinen nächsten Bundespräsidenten wählen wird, dabei erneut ohne Frau in Bewerb auskommt, lese und höre ich allerhand über die „Spaltung der Gesellschaft“. Diesen Mumpitz bestaune ich nun seit Jahren, denn da war schon bisher weder eine homogene Untertanenmasse, noch ein „geeintes“ Staatsvolk.

Mehr noch, wir haben es bis heute zu keinem breiten gesellschaftlichen Konsens gebracht, Ethnos und Demos als zwei verschiedene Kategorien zu begreifen; eine kulturelle und eine politische Kategorie. Okay. Ist eben so und nicht anders.

Kürzlich habe ich den Präsidentschaftskandidaten Heinrich Staudinger bei Corinna Milborn davon erzählen gehört, wir würden das Konzept der „Political Correctness“ ebenso Amerikas CIA verdanken, wie die Grundlagen der #metoo-Bewegung. Zu welchem Zweck? Um den Menschen einen Aufbau von Beziehungen zu belasten; sowie auch zwischen Mann und Frau so manches Vergnügen erschwert werde..


Ein derart plump gestricktes Narrativ als Antwort auf den Zustand der Welt würde ich nicht einmal im betrunkenen Zustand an einer dunklen Theke billigen. Was ich dazu lesen und hören konnte, wäre auf meinem Kontinent ausschließlich mit einem Agenten der Blödheit zu assoziieren. Aber ich muß zur Kenntnis nehmen, daß derlei Privatmythologien unanfechtbar sind.

Ich denke, was wir aktuell zu bearbeiten und zu bewältigen haben, ist eine Art „Clash okein rednerpult, kein powerpoint, ich geh in judenburg mit handzetteln mitten unter die leute und erzähl die geschichte. (wingman: Richard Mayr ) Narratives“. In diesem Zusammenstoß einander widersprechender Erzählungen kommt dem Dissens eine besondere Rolle zu, die ich erst genauer kennenlernen muß. (Immerhin wußten wir längst, daß sich keinerlei „Wahrheiten“ produzieren lassen, indem man einfach Widersprüche eliminiert.)


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