Und ich teile das Entsetzen über billige
Rispentomaten, von denen ich annehme, daß kein
Mensch, der sowas verkauft, sie selbst auch ißt.
Eine Paradeis kann das nicht sein, denn dann müßte
sie wenigstens flüchtig nach Paradeis schmecken.
Ich tippe auf eine Art von biologischem
Verpackungsmaterial, das sich selbst verpackt, mit
dem Zweck Profit zu generieren. Was kann das Ding
sonst noch? Bestenfalls meinen Verdauungstrakt
beschäftigen, mehr nicht. (Vielleicht müßte ich zu
Rispentomaten-Gerichten Tomatenmark mischen.)

Es gibt freilich ganz andere Momente, die mir klar
machen, daß man dank mancher Mitmenschen nicht zu
Kulturpessimisten werden darf. Und das kam so. Ort
der Handlung war die Balkanbäckerei gegenüber meinem
Domizil.
Ich:
„Gibt es noch Apfelstrudel?“
Sie:
„Ja, zwei Arten.“
Ich:
„Wie?“
Sie:
„Eine mit Germteig und eine
mit Strudelteig.“
Ich:
„Dann bitte
Strudelteig.“
Sie:
„Kenne Sie den mit
Germteig?“
Ich:
„Nein. Und einmal Burek
mit Käse bitte.“

Ich hab in der Balkanbäckerei die Gewohnheit, eine
Leinentasche offen hinzuhalten, auf daß die
Verkäuferin mir die Wohltaten gleich reintut.
Zuhause merkt ich dann, daß die Frau mir beide
Apfelstrudel-Varianten zum Preis von einer
zugesteckt hatte. (Nein, die Arschlöcher haben in
dieser Welt noch micht gesiegt!)