4. Jänner 2026

Jänner 2026


Ich sehe mich in zwei Formationen gut aufgehoben. Kunst Ost als kulturpolitisches Kompetenzzentrum und der Archipel als Plattform für Wissens- und Kulturarbeit.

Dazu gehört noch ein Bild, eine Metapher: die Höhe der Zeit. Ich bin zwar in Fragen des Arbeitsethos ein eher antiquiertes Wesen, aber habe dieses Begehren, inhaltlich nicht von gestern zu sein.



Mathias Petermann im Gleisdorfer "Zeit.Raum".

Das ist eine Zeit voller interessanter Fragen. Eine beeindruckende Krise von globalem Ausmaß, die einen hinreißen könnte, in Ömpörung auszubrechen. Ich gebe gar nichts auf solche Posen, wie sie sich etwa in den Social Media entfalten, daß es scheppert.

Mir hat sehr gefallen, wie Historiker Christopher Clark höchst unaufgeregt von einer Zeitenwende sprach, seine Kriterien und seine Gründe nannte. Wer sich dagegen bloß aufplustert und anderen zubrüllt, was sie nun tun sollten, rutscht für mich in die Kategorie der Pubertierenden.



Der Winter ist heuer keine Herausforderung.

Mit 13 hatte ich ein klares Gefühl, was Leute um mich herum in ihrem Verhalten umstellen sollten, damit ich mich wohler fühle. Ich bin nun im 70. Jahr. Da sollte geklärt sein, wofür ich selbst zuständig bin, wofür ich Verantwortung übernehmen kann, und was in anderen Zusammenhängen stattfindet, auf die ich individuell keinen Zugriff habe.

Es bleibt einem dann immer noch, sich als Teil einer Gemeinschaft zu erleben, die im besten Fall eine andere Wirkmächtigkeit hat als ein Individuum. Zur unaufgeregten Weltsicht von Christopher Clark nehme ich noch einen Gedanken von Schriftstellerin Toni Morrison, um meine Position zu unterstreichen. Zitat: „This is precisely the time when artists go to work—not when everything is fine, but in times of dread. That’s our job!” [Quelle]

+) Mathias Petermann: "Synthetics"


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