9. Jänner 2026

Jinpeng


Ich investiere gelegentlich in mein Unternehmen. Zum Beispiel mit dem Ankauf einer „Jogginghose“, so heißt es amtlich, die ich aber dienstlich als Bürohose trage. Das hat mit meinen fast 50 Jahren Homeoffice zu tun. Als Freelancer brauchte ich noch nie ein Büro, in dem repräsentiert werden müßte oder andere Leute arbeiten.

Das erlaubt einen sehr schlichten Dresscode, zumal ich ganz gerne etliches Zeugs trage, bis es in Fetzen geht. Ich mag diese Spuren von Verschleiß. Wie Farben ausbleichen. Daß sich Nähte lockern, manche lösen. Wenn Fasern brüchig werden.


Diese Marotte spart mir überdies eine Menge Waschgänge und schafft längere Fristen für nächste Einkäufe. Was Bekleidung angeht, bevorzuge ich Baumärkte und Erzeuger von Arbeitskleidung. Das bietet mir oft Gelegenheit, Werkzeuge anzusehen, die mir gefallen, die ich aber nicht brauche.

Oder ich bestaune so einen Kleintransporter, dessen Verkaufspreis eben gesenkt wurde. Der bringt es zwar nur auf maximal 25 Km/h, wäre aber in einer Dialogsituation wie folgender unschlagbar: „Was fährst du?“ „Einen Jinpeng. Das Cargo-Cab 600. Wenn ich die Drossel rauskiefeln könnte, wären 1.000 Watt verfügbar.“


Jetzt hab ich gleich die Frage „Wieviel Watt hat eine gute Bohrmaschine?“ an die KI weitergerecht. Ich erfahre, es sollten wenigstens 600 bis 700 Watt sein. Um Beton zu schaffen, werden 1.500 Watt empfohlen. Mit einem 2.000 Watt-Generator könnte ich meinen Haushalt durch einen massiveren Stromausfall bringen.

Mehr muß ich für heute nicht wissen. Ich hab ja einen Akkuschrauber mit eingebauter Lampe. Und sollte ich aus irgendeinem Grund mehr Bohrkraft brauchen, bitte ich meinen Sohn um eine Visite. Der hat für meine Begriffe ziemlich heftige Apparate vorrätig.


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