
Es mißfällt mir auch, daß ich geradezu täglich die
Fresse von Putin und Trump sehen soll. Dazu kommt so
ein „Jaaberismus“. Man läßt sich zwar von diesen
verhaltensoriginellen Männern beunruhigen, „Ja,
aber…“
Das erinnert mich so sehr an meine
Leute, wenn sich Hitler-Nostalgiker zu allerhand
Themen mit diesem „Ja aber…“ hervortaten. Ich weiß
freilich, was da wirkt. Eine Unfähigkeit, im Denken
auf die Höhe der Zeit heraufzukriechen. Von dort aus
ließe sich ein Status quo erkunden, ohne daß man
dazu Tyrannen als Referenzgrößen benötigt.
Also zum Beispiel die Fragen der Menschenwürde und
der Rechtsicherheit konsequent weiterdenken und dann
entscheiden, wofür man selbst Verantwortung
übernehmen möchte. In der Folge sollten wir unserem
politischen Personal auf die Sprünge helfen, anstatt
– wie manche es tun - etwa die Politik Österreichs
oder der EU ständig zu bejammern, schlechtzureden,
um dann an den Herren Putin oder Trump zu suchen,
was diese Kanaillen „Ja, aber…“ gut machen.

„Gut“ in einem merkwürdigen Sinn. Dieses Abspalten
ist ein Fehltritt. Es sollte umgekehrt laufen. Was
immer jemand Gutes oder Nützliches getan hat, wird
durch Schandtaten kontaminiert und völlig entwertet.
Wäre noch zu klären, ob sich weibliche Beispiele
für derlei inferiores Verhalten auf so hohem Level
finden lassen, mächtige Frauen, deren Tun jemand
dann mit einem „Ja, aber…“ relativiert. Mir fällt
kein Exempel ein. Ich habe den Verdacht, das
Spielchen sei genuiner Ausdruck einer
vorherrschenden Männerkultur, nämlich den Tyrannen
zu beschönigen und sich ihm anzudienen. Es ist eine
Strategie.
Wäre ferner nachzudenken, wie
gebeugt, gebückt, womöglich verkrüppelt jemand
emotional sein muß, um sich einen Putin oder Trump
schönzureden. Ich tippe jedenfalls auf ungelöste
Autoritätskonflikte.
+)
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