3. März 2026

Die übliche Gewaltspirale

Auf meiner Suche nach anregenden Kommentaren zur Situation im Nahen Osten kam ich auf die englischsprachige Welt-Ausgabe des indischen Magazins „Republic“. Der vormalige Major General Gagan Deep Bakshi sagte unmißverständlich, der Iran sei den Streitkräften der USA zwar nicht gewachsen, habe aber eine große Menge Überschallraketen, die sich praktisch kaum abfangen ließen.

Dann meinte er, es gebe da in Urdu eine Redensart. Als er sie zitierte, stimmte der Interviewer in die Worte ein: „Hum to doobenge sanam, tumko bhi le doobenge“. Das bedeutet: „we will go down but take you with us." Ich bin in letzter Zeit übrigens zur Ansicht gelangt, daß Indien neben China keineswegs mit gebeugtem Haupt dastünde, woraus ich schließe, daß man Indiens Militärs sehr ernst nehmen sollte.

Der Zwischenstand?
Das iranische Regime der Mullahs könnte stürzen. Aber es ist noch nicht gefallen. Muß ich annehmen, die Revolutionsgarden würden nun ihre Waffen niederlegen? Das halte ich nicht für wahrscheinlich. Vermutlich sind die alten Machthaber samt ihren Prätorianern und den uniformierten Killern in Armeestärke kampfbereit.



Offizielle Website von Khamenei.

Allesamt ohne Zweifel Mörderbanden. Regierungskritische Aufmärsche, Proteste von Zivilpersonen, wurden erst kürzlich mit einem Massaker beantwortet: „There are still many unknowns, including the number of the dead. According to UN Special Rapporteur Mai Sato, the victims number at least 5,000, but could be as many as 20,000.“ [Quelle]

Eine Minorität hat auf Kosten einer multiethnischen Bevölkerung ein gutes Leben, ein weit besseres als die Mehrheit. Es sind fast 90 Millionen Menschen, die sich bisher diesen Kanaillien gebeugt haben, weil es Jahrzehnte lang nicht gelungen ist, eine wirksame Opposition aufzubauen.

Das ist ein Terror-Regime
Dazu kommen die globalen Verwicklungen der Mullahs in Terror-Systeme. Es ist offensichtlich, daß sie nicht im Namen der Umma, der weltweiten Gesamtheit von Muslimen handeln, zumal die Mullahs als Schiiten ohnehin nur einen Teil davon ausmachen.

Diese Kleriker, die im Landesinneren Terror ausüben lassen, im Ausland Terror unterstützen, würden den Iran gerne als Atommacht sehen. Das ergibt ein grauenvolles Szenario, in dem sich jetzt andernorts ebenso Terror-Veteranen wie die Hisbollah aufraffen.

So bringen gewaltbereite Wichtigtuer auch gleich die eigenen Leute in Gefahr, weil sie Feuer auf Zivilisten ziehen. Zitat: „Nach einem Raketenangriff der Hisbollah sagt Israel der Führung der Terrormiliz den Kampf an. Die Armee nimmt Hisbollah-Chef Naim Kassem ins Visier. Libanons Premier reagiert und verbietet die Militäraktivitäten der Hisbollah.“ [Die Presse]


Die Hisbollahis waren übrigens gewissermaßen erste Großmeister der preiswerten Selbstmordattentate. Sie hatten in Beirut am 23. Oktober 1983 mit einem Schlag gegen US Marines den historischen Auftakt gesetzt. Ein simpler Lieferwagen mit rund sechs Tonnen Sprengstoff, am Steuer ein Mann auf dem Weg zu Allah, genügten damals, um 241 Soldaten zu ermorden, vor allem aber ein markantes Zeichen zu setzen.

Das alles macht mir Trump und diese völkerrechtswidrige Aggression gegen den Iran keineswegs sympathischer. Aber es illustriert, wie groß unsere sicherheitspolitischen Probleme derzeit sind, auf die wir reagieren müssen; womit auch immer.

+) Politik


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