6. März 2026

Zentrifugalkräfte

Wer fliegt grade aus der Kurve? Manche!  „This is a yes-or-no-question!“ Mit diesem Einwand seitens Kongreß-Abgeordneter mußte sich Kristi Noem, kürzlich noch Ministerin für Heimatschutz, in Befragungsmomenten öfter einbremsen lassen.

Wir kennen das auch aus Österreich. Politisches Personal quasselt gelegentlich sehr angestrengt über gestellte Fragen hinaus, oder daran vorbei, um seine eigenen Botschaften anzubringen, statt auf die gestellten Fragen einzugehen. Ich weiß allerdings nicht, ob jemand bei uns während eines Untersuchungsausschusses eine so harte Befragung erleben kann, wie ich es eben gesehen hab.

In einem formellen Setting ist da mit Kongressabgeordneten nicht zu spaßen. Das sind eben auch die USA. Nicht bloß Trump und seine Kamarilla. Was Kristi Noem angeht, gibt es dazu inzwischen etliche Videoclips. „Er wird nicht ewig Präsident sein“, bekam Noem zu hören, „dann sind wir aber immer noch da und werden sie unter Anklage stellen“.

Derweil streiten sich Lobbies weiter um die Verfügbarkeit aller Epstein-Akten. Ich übergehe Details, denn ich bin immer noch merklich konfus angesichts der enormen Reichweite und Gewissenlosigkeit dessen, was wir bisher über einschlägige Straftaten im Epstein-Kontext erfahren haben.

Derzeit irritiert mich ferner, was die Schläge gegen den Iran durch USA und Israel alles auslösen. Von versierten Leuten höre ich, das Regime stehe vor allem deshalb am Abgrund, weile es einerseits den Angreifern militärisch nicht gewachsen sei, andrerseits einen großen Teil der multiethnischen Bevölkerung ideologisch schon längst verloren habe.

Dabei finde ich vor allem bemerkenswert, daß sich offenbar kurdische Leute organisiert und bewaffnet haben, was bedeuten könnte, daß sie einen Teil des iranischen Staatsgebietes unter Kontrolle kriegen könnten.

Dazu höre ich, daß die bewaffneten Einheiten des Regimes nur zum geringeren Teil ideologisch auf der Seite der Mullahs stünden. Militär, Polizei, Revoluzionsgarden, ich lese, das Gros davon seien eher unideologische Mannschaften.



Ist er nicht lustig, der Putin? (Quelle: Daily Mail)

Also haben die Mullahs mit einer schon länger bekannten „Mosaik-Strategie“ begonnen, indem sie durch Schläge mit Raketen und Drohnen möglichst viele Staaten der Region in den Konflikt hineinzuzerren versuchen. Das soll für USA und Israel den Preis des Krieges hochtreiben.

Derweil läßt uns Trump wissen, das Hauptkontigent der iranische Marine sei versenkt worden und die Lufthoheit zu Lasten des Irans gesichert, soweit das Flugzeuge betrifft. Ferner sind unter anderem fundamentalistischen Christen deutlich unternehmungslustiger geworden.



Es meinte doch auch Kickl, das Recht habe der Politik zu folgen.

Eben erst regnete es im Web Fotos und Videos von Trump beim Rudel-Beten. (Welcher Gott sich das anhören möchte, sei dahingestellt.) Und wie manche Flugblättchen zeigen, kümmert sich neuerdings Jesus persönlich um den verschiedenen Großayatollah sowie dessen Hinterlassenschaft. Es wurden also Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt.

Inzwischen „bei uns daham“? Ich lese: „Der frühere Vizekanzler Heinz-Christian Strache hat die Samthandschuhe ausgezogen. Erstmals greift der einstige FPÖ-Chef in der Causa Spesenaffäre seinen Nachfolger Herbert Kickl und andere blaue Parteigranden an. Es geht um die Kontrolle freiheitlicher Parteikassen…“ [Der Standard] Man bringe mir Popcorn und ein, zwei Schirmchen-Drinks!

+) Politik


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