Man muß mir nicht zustimmen. Das Thema läßt geteilte
Meinungen zu. Ich bin einerseits mit etlichen
Historikern d‘accord, andrerseits mit politischen
Kräften vor Ort. Etwa mit der Vizegouverneurin
Juliana
Stratton, die meint:
„We don't need to find
common ground with a wannabe dictator.“
Und dann sagt sie
explizit, wir würden nicht erst den
Aufstieg des Faschismus beobachten, sondern ihm
direkt ins Gesicht starren. Das Originalzitat hier
als
Soundfile (mp3, 197 Kb).Die
aktuelle Großmäuligkeit von Donald Trump in der
Behauptung, nun den
Iran
„in die Steinzeit zurückbomben“ zu
wollen, habe ich erst einmal mit Vietnam assoziiert. Präsident
Lyndon B. Johnson hatte die USA 1968 in diese
Kriegssituation eintreten lassen.

Er war aber nicht die Quelle einer solcher Pose mit
diesem „
Wir werfen sie in die Steinzeit zurück“.
Die Ansage kam von General Curtis LeMay, dem
Kommandeur des Strategic Air Command. Er hatte Nord
Vietnam empfohlen:
“draw in their horns and stop
their aggression“.Andernfalls:
“...
we would shove them back into the Stone Age with Air
power or Naval power — not with ground forces…”
So dachte sich das jener (laut The Independent)
„cigar-chomping, hyper-aggressive bomber pilot“.
Heute wissen wir, was Trump angekündigt hat und
was bis heute fehlt, dieser Regimewechsel im Iran, ist ohne
„boots on the ground“ nicht zu machen. Das aber
wollen große Teile der US-Bevölkerung nicht. Daher
werden wir heute, an diesem Dienstag, erleben, was
hinter Trumps großen Gesten steckt.

Notorisch grobGanz egal, ob es
um Frauen geht, um journalistisches Personal, um
Andersdenkende, stets gebärdet sich Trump als Rowdy
mit Gossen-Manieren. Der Herrenmensch kündigt vieles
an, um zuhause und in der Welt laufend Schaden
anzurichten. Zitat:
„Trump droht Iran: »Eine
ganze Zivilisation wird heute Abend sterben«“
(Quelle: Der Spiegel). Er macht also rhetorisch
keinen Unterschied zwischen Regime, Bevölkerung und
kultureller/ethnischer Kategorie. Er meint offenbar
alle und alles. Egal, welcher
Bevölkerung er da gerade droht, derlei Anmaßung, im Falle
der Uneinigkeit eine ganze Zivilisation zu
zerstören, ist allein schon als Gedanke entsetzlich.

Das erinnert mich alles an Hitler. Zitat:
„Wir kapitulieren nicht, niemals. Wir können
untergehen, aber wir werden eine Welt mitnehmen.“
Denn der Führer schien überzeugt:
„Wenn der
Krieg verloren geht, wird auch das Volk verloren
sein.“ Und schließlich sagte er am 18. April 1945
gegenüber Generaloberst Carl Hilpert:
„Wenn das
deutsche Volk den Krieg verliert, hat es sich als
meiner nicht würdig erwiesen.“
PostskriptumIch sehe Putin freilich in
der gleichen Liga. Der erfahrene Geheimdienstler
macht es bloß smarter und ist in der Gleichschaltung
vieler Institutionen sowie in der Einschüchterung
von Rußlands Bevölkerung weiter fortgeschritten.
Außerdem kontrolliert er – im Gegensatz zu Trump -
wesentliche Wirtschaftsbosse, die bei Dissens
notfalls vom Erdboden verschwinden.
+)
Politik