7. April 2026

Ready to rumble?


Ich habe an einigen Stellen notiert, daß ich Donald Trump für einen Faschisten halte. Er ist das markante Role Model für Faschisten auf der Höhe der Zeit. Der Unterschied zu Putin und zu historischen Top-Faschisten liegt wesentlich im Umstand, daß er noch keinen faschistischen Staat entwickeln und etablieren konnte.

Trump hat die Bevölkerung nicht durchrekrutiert, hat politische Gremien nicht alle unter Kontrolle, auch nicht alle Medien oder die Wissenschaft; selbst wenn – wie einst bei Hitler – viele große Unternehmer mit ihm zu kooperieren versuchen.


Man muß mir nicht zustimmen. Das Thema läßt geteilte Meinungen zu. Ich bin einerseits mit etlichen Historikern d‘accord, andrerseits mit politischen Kräften vor Ort. Etwa mit der Vizegouverneurin Juliana Stratton, die meint: „We don't need to find common ground with a wannabe dictator.“

Und dann sagt sie explizit, wir würden nicht erst den Aufstieg des Faschismus beobachten, sondern ihm direkt ins Gesicht starren. Das Originalzitat hier als Soundfile (mp3, 197 Kb).

Die aktuelle Großmäuligkeit von Donald Trump in der Behauptung, nun den Iran „in die Steinzeit zurückbomben“ zu wollen, habe ich erst einmal mit Vietnam assoziiert. Präsident Lyndon B. Johnson hatte die USA 1968 in diese Kriegssituation eintreten lassen.


Er war aber nicht die Quelle einer solcher Pose mit diesem „Wir werfen sie in die Steinzeit zurück“. Die Ansage kam von General Curtis LeMay, dem Kommandeur des Strategic Air Command. Er hatte Nord Vietnam empfohlen: “draw in their horns and stop their aggression“.

Andernfalls: “... we would shove them back into the Stone Age with Air power or Naval power — not with ground forces…” So dachte sich das jener (laut The Independent) „cigar-chomping, hyper-aggressive bomber pilot“.

Heute wissen wir, was Trump angekündigt hat und was bis heute fehlt, dieser Regimewechsel im Iran, ist ohne „boots on the ground“ nicht zu machen. Das aber wollen große Teile der US-Bevölkerung nicht. Daher werden wir heute, an diesem Dienstag, erleben, was hinter Trumps großen Gesten steckt.


Notorisch grob
Ganz egal, ob es um Frauen geht, um journalistisches Personal, um Andersdenkende, stets gebärdet sich Trump als Rowdy mit Gossen-Manieren. Der Herrenmensch kündigt vieles an, um zuhause und in der Welt laufend Schaden anzurichten. Zitat:

„Trump droht Iran: »Eine ganze Zivilisation wird heute Abend sterben«“ (Quelle: Der Spiegel). Er macht also rhetorisch keinen Unterschied zwischen Regime, Bevölkerung und kultureller/ethnischer Kategorie. Er meint offenbar alle und alles. Egal, welcher Bevölkerung er da gerade droht, derlei Anmaßung, im Falle der Uneinigkeit eine ganze Zivilisation zu zerstören, ist allein schon als Gedanke entsetzlich.


Das erinnert mich alles an Hitler. Zitat: „Wir kapitulieren nicht, niemals. Wir können untergehen, aber wir werden eine Welt mitnehmen.“ Denn der Führer schien überzeugt: „Wenn der Krieg verloren geht, wird auch das Volk verloren sein.“ Und schließlich sagte er am 18. April 1945 gegenüber Generaloberst Carl Hilpert: „Wenn das deutsche Volk den Krieg verliert, hat es sich als meiner nicht würdig erwiesen.“

Postskriptum
Ich sehe Putin freilich in der gleichen Liga. Der erfahrene Geheimdienstler macht es bloß smarter und ist in der Gleichschaltung vieler Institutionen sowie in der Einschüchterung von Rußlands Bevölkerung weiter fortgeschritten. Außerdem kontrolliert er – im Gegensatz zu Trump - wesentliche Wirtschaftsbosse, die bei Dissens notfalls vom Erdboden verschwinden.

+) Politik


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