Für die Behauptung, daß die NATO „versichert“ habe,
sich nicht gen Osten zu erweitern, kann ich keinen
Beleg finden. Klar ist, daß die Regierung eines
jeden souveränen Staates eine NATO-Mitgliedschaft
anstreben darf, um an Sicherheit zu gewinnen. Wer
was anderes behauptet, schwafelt Mumpitz.
Putin mag ja subjektiv überzeugt sein, es läge in
all dem eine Bedrohung für sein Land. Das aber
bedeutet erst einmal gar nichts. Wie sähe denn so
eine Bedrohung konkret aus? Die NATO kann kein Land
annektieren. Das müßte schon ein souveräner Staat
versuchen. Welcher?

Unschuldslamm: Vom kleinen
Geheimdienstler zum Superreichen.
Der schwache RieseFaktum ist,
daß man im hochgerüsteten Superstaat derzeit die
Erfahrung macht, wie eine reale Gefährdung aussieht;
und zwar für das Regime. Indem zum Beispiel die
vergleichsweise winzige Ukraine der russischen
Aggression schon über Jahre standhält, wobei
ukrainische Kräfte mit vergleichsweise billigen
Drohnen sogar Treffer mitten in Moskau landen.
Was aber die angebliche Bedrohung durch den
Westen angeht, wo Putin und seine Kamarilla „Nazis“
an der Macht sehen: Im Jahr 1994 trat die Russische
Föderation dem NATO-Programm
„Partnerschaft für
Frieden“ bei. Was ist das?

Ukrainische Karikatur: Drohen ihm Drohnen?
Zitat:
„Die Partnerschaft für den Frieden ist
eine Erweiterung der NATO und besteht aus allen
NATO-Mitgliedsländern und derzeit 19 weiteren
Staaten. Ziel der Partnerschaft ist die Erhaltung
der Stabilität und des Friedens innerhalb der
Länder. Ein Großteil der Ziele ist hierbei
militärisch ausgelegt.“ Sie finden Rußland hier
zwischen Rumänien und Schweden als Mitglied
gelistet: [
Quelle]
Was der Fall istAm 27. Mai
1997 wurde im Pariser Élysée-Palast eine
völkerrechtliche Absichtserklärung zwischen der NATO
und Russland unterzeichnet. Darin finde ich den
„Verzicht auf die Androhung oder Anwendung von
Gewalt gegeneinander oder gegen irgendeinen anderen
Staat, seine Souveränität, territoriale
Unversehrtheit oder politische Unabhängigkeit“.
Ferner die
„Achtung der Souveränität,
Unabhängigkeit und territorialen Unversehrtheit
aller Staaten sowie ihres naturgegebenen Rechtes,
die Mittel zur Gewährleistung ihrer eigenen
Sicherheit sowie der Unverletzlichkeit von Grenzen
und des Selbstbestimmungsrechts der Völker selbst zu
wählen“. Siehe dazu den
„Founding Act on
Mutual Relations, Cooperation and Security between
NATO and the Russian Federation signed in Paris,
France“: [
Quelle]

Der harte Kerl: vorsichtig oder ängstlch?
Was Putin bisher an Kriegsgründen gegenüber der
Ukraine behauptet hat, kann ich da nicht erkennen.
Was ich dagegen lese, ist etwa einer der „Open
Letters, from Anne Applebaum“; und zwar diesen:
„Putin’s War Comes Home to Moscow“. Das haben er und
seine Gang dem eigenen Volk eingebrockt. Da heißt es
etwa:
„Three years after the first drones
exploded over the Kremlin, and more than four years
into a conflict that was supposed to be nothing more
than a brief ‚special military operation‘,
Muscovites have no choice but to think about the
war.“ [
Quelle]
Putin wird seinen Leuten auch die viele Toten in
den Reihen russischer Streitkräfte erklären müssen:
„Since February 2022, Russian forces have
suffered nearly 1.2 million casualties, more losses
than any major power in any war since World War II.“
[
Quelle:
Center for Strategic and International Studies]
+)
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