Sie sehen, ich wüßte ja, wie es laufen sollte.
Konjunktiv! Und dann sind da diese anderen Instanzen
in mir. Meine Brust ist wie ein Amtsgebäude, in dem
verschiedene Abteilungen tun, was ihnen grade
beliebt, was man dort interessant findet, ohne zu
beachten, wie sich so ein Sturm an Themen auswirken
kann, falls man in halblanger Hose und Bergschuhen
gerade durch die Gegend stapft, wo keine Wege sind.
Als Präsident wäre ich eine Katastrophe. Zum
Glück bin ich ein Flaneur und kein Alpinist.
Andernfalls hätte es mich womöglich längst aus
irgendeiner Wand geschmissen. Seit ich auf kein
Motorrad mehr steige, ist es außerdem so viel
harmloser, wenn dann schon einmal Blut fließt.

Diese ganz oberflächlichen Wunden beindrucken mich
ja überhaupt nicht. Ich empfinde sie als eine fast
schon freundliche Art, vom Gestrüpp physisch
beschriftet zu werden. Die gefährlichen Belange sind
dem Aufenthalt in meinen inneren Landschaften
vorbehalten.
Da ich mich unter anderem im
archipelischen Teilprojekt „
Corrida“
derzeit a) mit dem Stierkampf und b) mit dem Speed
Demon befasse, geht es dabei unter anderem um die
Historie des Ford Mustang. Dazu gibt es eine
Entsprechung unter den War Birds des Zweiten
Weltkriegs: North American P-51 Mustang. Cadillac
des Himmels. (In seiner stärksten Version gut 700
km/h schnell.)

Also habe ich mich per KI in dieses Jagdflugzeug
setzen lassen. Dieser Mustang hat natürlich ein Bar
an Bord und ich proste da grade meinem Wingman zu.
Ja, das ist so eine Kerl-Attitüde. In der ersten
Hälfte des 20. Jahrhunderts waren Rennfahrer und
Piloten sehr exponierte Heldenfiguren.
In
meinen Gedankenwelten spiele ich sowas noch durch,
mit einem Hauch des Sentimentalen, denn in genau
solchen Kerl-Posen habe ich gelegentlich sehr heftig
geblutet. Das sind heute bloß Reminiszenzen. Ich saß
gestern grade erst meinen Youngsters gegenüber, den
winzigen Max im Arm, der mit uns eben seine erste
Verabredung zum Essen gehabt hat.
Da fiel
etwa dieser Satz, den meine Schwiegertochter an
meinen Sohn gerichtet hat:
„Ich möchte nicht,
daß du Motorrad fährst.“ Er nickte dazu. Ich
ebenso und sagte:
„Hab es deshalb aufgegeben.
Mir ist der Verkehrt heute viel zu gefährlich.“