20. Juni 2026

Die Aggressoren verlieren

[Vorlauf] Ich hoffe, es wünscht mir niemand energisch zu widersprechen, wenn ich betone: die Freiheit und die Demokratie sind uns nicht geschenkt. Wir müssen sie laufend in einer kollektiven Anstrengung neu erarbeiten und sichern.

Wo fröhliche Friedenskonsumenten sich von solchen Bemühungen selbst suspendieren und bloß Slogans raushauen, entstehen Defizite. In diesem Zusammenhang mißfallen mir esoterische Deutungen der Gründe von Kriegen. Es gibt dafür stets sehr greifbare Gründe und Ursachen.



Inzwischen schwafelt er bloß noch.

Ich kenne übrigens kein Beispiel für einen „sauberen“ oder gar „gerechten“ Krieg. Derart auf hohem Level organisierte Gewalt ist immer die Anomalie, der gesellschaftliche Ausnahmefall. Das haben uns gerade jetzt die Führungskräfte zweier Supermächte unmissverständlich demonstriert.

Ich finde in dem Zusammenhang die Dämonisierung von Staats-Chefs oder Banden-Chefs, die ihre Leute in Schlachten schicken, unsinnig. Konzentrieren wir uns auf nüchterne Motive. Menschen haben Interessen. Menschen haben keine Hemmungen, andere ins Unglück zu stürzen, wahlweise deren Tod zu verursachen. Für manche Menschen gibt es in all dem kein Genug bezüglich der Ressourcen und Machtmittel um die gekämpft werden soll.



(Quelle: ORF)

Mir fällt eine ganze Liste weiterer Gründe dafür ein, da brauche ich keinen „Wahnsinn“, um die Liste eindrucksvoller zu machen. Es läßt sich auf eine Pathologisierung der Kriegsherren ohne weiteres verzichten. Egal, wo ich hinsehe, Menschen haben Interessen und finden zu deren Umsetzung Gefolgschaft.

Es klappt wie in der Feudalzeit. Der Herrenmensch belohnt seine Schergen für ihre Treue. Die Gefolgschaft folgt und hofft auf Belohnung. Dieses Muster ist seit dem Neolithikum belegt und bedarf keines esoterischen Raunens, um erkannt zu werden.

Solche Machtkonstruktionen lassen sich wohl kaum mit Moraltrompeterei und Ömpörung eindämmen. Es braucht Courage und politische Maßnahmen auf einer Ebene, auf einer anderen Ebene verlangt es auch Wehrhaftigkeit.



(Quelle: ORF)

Hat etwa der Tod von rund 1,3 Millionen russischer Kombattanten den Paten von Moskau zur Kursänderung bewegt? Bis heute nicht, obwohl Rußlands Wirtschaft längst abstürzt und es der Bevölkerung mehrheitlich rasant schlechter geht. Putin hat übrigens seine strategischen Ziele allesamt verfehlt und ukrainische Drohnen greifen längst Ziele in Moskau an.

US-Präsident Trump macht eine vergleichbare Erfahrung. Er hat die Aggression gegen den Iran völlig falsch eingeschätzt, seine strategischen Ziele verfehlt und offenkundig das Gegenteil des Gewünschten erreicht; sehr zum Leidwesen der iranischen Bevölkerung und um einen recht hohen Preis für sein eigenes Land.

Es sieht doch auf Seiten der Aggressoren so aus. Putins Rußland fängt an, gegen eine kleinere Nation zu verlieren. So geht es Trumps USA mit dem Iran. Wir sollte daher wohl klären, wie man solchen Kanaillen mit rationalen Mitteln die Fundamente abtragen kann, um das Gemeinwohl ebenso zu fördern, wie Verteilungsgerechtigkeit voranzubringen und Friedfertigkeit zu stärken. Das beginnt noch nicht einmal vor der Haustür, sondern im Wohnzimmer jeder Familie. [Fortsetzung folgt!]

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