Ich kenne übrigens kein Beispiel für einen
„sauberen“ oder gar „gerechten“ Krieg. Derart auf
hohem Level organisierte Gewalt ist immer die
Anomalie, der gesellschaftliche Ausnahmefall. Das
haben uns gerade jetzt die Führungskräfte zweier
Supermächte unmissverständlich demonstriert.
Ich finde in dem Zusammenhang die Dämonisierung von
Staats-Chefs oder Banden-Chefs, die ihre Leute in
Schlachten schicken, unsinnig. Konzentrieren wir uns
auf nüchterne Motive. Menschen haben Interessen.
Menschen haben keine Hemmungen, andere ins Unglück
zu stürzen, wahlweise deren Tod zu verursachen. Für
manche Menschen gibt es in all dem kein Genug
bezüglich der Ressourcen und Machtmittel um die
gekämpft werden soll.

(Quelle: ORF)
Mir fällt eine ganze Liste weiterer Gründe dafür
ein, da brauche ich keinen „Wahnsinn“, um die Liste
eindrucksvoller zu machen. Es läßt sich auf eine
Pathologisierung der Kriegsherren ohne weiteres
verzichten. Egal, wo ich hinsehe, Menschen haben
Interessen und finden zu deren Umsetzung
Gefolgschaft.
Es klappt wie in der
Feudalzeit. Der Herrenmensch belohnt seine Schergen
für ihre Treue. Die Gefolgschaft folgt und hofft auf
Belohnung. Dieses Muster ist seit dem Neolithikum
belegt und bedarf keines esoterischen Raunens, um
erkannt zu werden.
Solche Machtkonstruktionen
lassen sich wohl kaum mit Moraltrompeterei und
Ömpörung eindämmen. Es braucht Courage und
politische Maßnahmen auf einer Ebene, auf einer
anderen Ebene verlangt es auch Wehrhaftigkeit.

(Quelle: ORF)
Hat etwa der Tod von rund 1,3 Millionen russischer
Kombattanten den Paten von Moskau zur Kursänderung
bewegt? Bis heute nicht, obwohl Rußlands Wirtschaft
längst abstürzt und es der Bevölkerung mehrheitlich
rasant schlechter geht. Putin hat übrigens seine
strategischen Ziele allesamt verfehlt und
ukrainische Drohnen greifen längst Ziele in Moskau
an.
US-Präsident Trump macht eine
vergleichbare Erfahrung. Er hat die Aggression gegen
den Iran völlig falsch eingeschätzt, seine
strategischen Ziele verfehlt und offenkundig das
Gegenteil des Gewünschten erreicht; sehr zum
Leidwesen der iranischen Bevölkerung und um einen
recht hohen Preis für sein eigenes Land.
Es
sieht doch auf Seiten der Aggressoren so aus. Putins
Rußland fängt an, gegen eine kleinere Nation zu
verlieren. So geht es Trumps USA mit dem Iran. Wir
sollte daher wohl klären, wie man solchen Kanaillen
mit rationalen Mitteln die Fundamente abtragen kann,
um das Gemeinwohl ebenso zu fördern, wie
Verteilungsgerechtigkeit voranzubringen und
Friedfertigkeit zu stärken. Das beginnt noch nicht
einmal vor der Haustür, sondern im Wohnzimmer jeder
Familie. [Fortsetzung folgt!]
+)
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