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Südlich des Gleisdorfer Bahnhofs hinterlassen viele Pendler tagsüber ihre Autos. Dabei geht es inzwischen auch ziemlich bedenkenlos ins Grünzeug. Diesen Wagen trennt nur noch wenig von der nächsten Verschublokomotive ...

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An jenen Rändern im Süden der Stadt findet man Häuser, die aus heutiger Sicht derart bescheiden aufgestellt sind, daß sie kaum noch Aufmerksamkeit erregen. Man muß sich vor Augen halten, welcher sensationelle Status-Sprung der Lebensverhältnisse darin lag, im vorigen Jahrhundert aus der Hauslosigkeit, aus den kargen Verhältnissen der agrarischen Welt, in so einen Seßhaftigkeit zu gelangen.

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Ein Bauer aus Laßnitztal hat mir diese Art einmal als "Halbhäusel" benannt. Es ist sicher nicht unterkellert. Stauraum gibt es bloß in einem Schuppen nebenan. Der Vorbau beim Eingang ist vermutlich nachträglich angefügt worden. Die blaue Holztür verweist wahrscheinlich auf ein früheres "Plumpsklo".

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Der gepflegte Garten zeigt noch Reste von Gemüsebeeten. Bei den heutigen Gemüsepreisen erneut eine sehr plausible Anlage. Im direkten Vergleich zu einem bescheidenen "Stadthaus" wird gut sichtbar, wovon die verschiedenen Kategoriensprünge gehandelt haben mögen: Eintrag #9.

Am anderen, nämlich nördlichen Ende Gleisdorfs wächst die Stadt gerade im wirtschaftlichen Bereich. Eines der Hauptargumente, diese Erweiterung zu genehmigen, war die Eröffnung des "Murpark" in Graz. (Expansion scheint längst eine Standardreaktion auf strukturelle Veränderungen zu sein.)

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Ich hab im vorigen Eintrag schon etwas von den Erdarbeiten für den Ausbau des "GEZ" gezeigt. Längst gibt es da auch beachtliche Gruben, worin die Fundamente schon betoniert wurden. Blickt man von hier aus nach Norden (Weiz), hat man eine Industrie- und Handelszone vor sich.

Von diesem Areal aus führt ein kleiner Spaziergang recht bald zur Raab, von der das "Raabtal" seinen Namen hat. (Daß Flüsse historisch ein wesentlicher Bezugspunkt für Ansiedlungen sind, muß ja nicht erst erläutert werden.)

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Die Raab ist etliche Jahre durch eher ungeklärte Schaumproduktion aufgefallen und hat bei unseren Nachbarn in Ungarn zu energischen Reaktionen geführt. Bezirk und Land haben erhebliche Anlaufzeit gebraucht, um sich zu adäquaten Schritten aufzuraffen. Anfangs stand vor allem die Lederproduktion im Fokus der Kritik, inzwischen gilt als redliche Einschätzung, daß das natürlich keine monokausale Sache ist und vor allem, ...

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... so Landtagsabgeordnete Ingrid Lechner-Sonnek: „Die Raab zeigt uns die Grenzen dessen, was Menschen profitieren können, wenn sie einen Fluß nutzen“, denn: „Die Raab ist ein Fluß, der von Menschen zu viel und zu intensiv genutzt wird.“

Industrie, kommunale Kanalisation, Landwirtschaft etc. belasten das Flüßchen erheblich. Dabei ist von wissenschaftlicher Seite das „Phänomen Schaum“ noch gar nicht recht greifbar. Ich höre, es fehle zum Beispiel an Grenzwerten, die eine Bewertung des Problems ermöglichen.

Hinzu kommt, das Land Steiermark hat zu wenig Personal für die Wasseraufsicht. Daher meinte ein Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft: „Die beste Aufsicht sind zerstrittene Nachbarn.“

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12•08