next space / note  #16

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Feine Headline. (Quelle: "Der Standard") Vor allem deshalb, weil sie eine meiner Lieblingsoptionen bekräftigt ;-))) Daß nämlich auch Laien über Architektur anders reden (können) sollten als bloß in Kategorien von "gefällt mir" oder "gefällt mir nicht".

note16b.jpg (36243 Byte) In meinem Logbuch hab ich eben notiert, wie nun "next space" sich in Stationen nach draußen entfalten wird [link]

Dabei ist wichtig zu überlegen, was hier in der Region geschieht und unterbleibt. Dazu ist aber auch der Blick in die Landeshauptstadt unverzichtbar. Denn dort wird auf ganz anderer Ebene verhandelt, was bezüglich Architektur geschehen kann, soll, oder auch unterbleiben möge.

Das nebenstehende Zitat aus einem Text von Wojciech Czaja (Quelle: "Der Standard") ist da recht anregend. Man darf daraus sicher schließen, daß einschlägige Debatten in naher Zukunft zunehmen werden. Wir mischen da übrigens mit. Wenn vom "SPLITTERWERK" nun konstatiert wird:

>>Es wird gebaut, aber es entsteht keine Architektur!<<

... trägt das zum aktuellen Diskussionsbedarf sicher bei. Was mit diesem Zitat genauer gemeint ist, steht demnächst im Magazin "SKIN". (Siehe Eintrag #14!)

Die "erste session" von "next space" habe ich schon erwähnt, weitere werden folgen.

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Vom "SPLITTERWERK" gibt es übrigens einen kuriosen Input für die Stadt Gleisdorf, nämlich die Idee, über einem „Platz der Kulturen“ der beiden „Pilot Habitat“ für das Projekt "Generationenwohnen" etwas wie "schwebend Eigengärten" zu errichten: "Generationen wohnen darin nachhaltig, barrierefrei, prototypisch."

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Man sieht hier in der Mitte des linken Bildrandes das alte Rathaus, dessen Renovierung ich im vorigen Eintrag kurz erwähnt hab. Schräg darunter die prägnante Silhouette des neuen "Servicezentrums". Im rechten Bereich des Bildes sind die beiden langgestreckten Gärten erkennbar, die es nun nicht geben wird. Dieses Areal Gleisdorfs wird gerade zu einer Art neuem "Kulturbezirk".

Privates Detail: Das letzte Haus, das man rechts unten (auf der Höhe des Parkplatzes) erkennen kann, war mein erstes Domizil in Gleisdorf. Es gehörte einem wohlhabenden und schwer zuckerkranken Bauern aus Laßnitztal, der ganz unaufgeregt meinte, er werde in wenigen Jahren blind sein, dann möchte er an einem Platz wohnen, wo er alles leicht zu Fuß erreichen könne. (Er starb an seiner Krankheit noch bevor er erblindet war.)

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Weiteres privates Detail: Die Skizze zeigt auch den Platz, wo ich gerade sitze und an dieser Website arbeite. Was tut sich hier nun? Oder: Was tun wir da? Es ist ein Prozeß in Gang gesetzt, bei dem Kunst, Regionalentwicklung, Architektur und Lokalpolitik mit einander bewußt in Berührung gebracht werden.

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Das Errichten und Erhalten von Möglichkeitsräumen als jene „Kraftfelder“, auf denen interessante Lösungen gefunden werden, zählt zu unseren kulturellen Agenda. Deshalb liegt nahe, was sich hier in Gleisdorf, jenseits des Landeszentrums Graz, gerade verdichtet.

Die Diskurs- und Ereignisreihe „next space“ hat jetzt ihren nach außen gerichteten Auftakt. Der Künstler Martin Krusche („art under net conditions“) befindet sich in einem langfristigen Dialog mit der Kunst- und Architekturgruppe „SPLITTERWERK“. Diese temporäre Formation wird bei Architekt Peter Lidl zu Gast sein; in einem Haus, das kulturell markiert ist. Es war das erste (Pfarr-) Schulhaus der Stadt.

„next space“ ist nicht den fixen Punkten, sondern den Relationen gewidmet; nicht dem Hier oder Dort, sondern dem Dazwischen. So wird eine eher flüchtige Art von Raum konstituiert. Durch Kommunikation und Bewegung. (Konsequent verblaßt, erlischt dieser Raum, wenn Kommunikation und Bewegung verebben.) Denn wir befassen uns hier mit Irritationen und Entwicklungen. Beides löscht sich selbst, falls die Situation statisch wird.

Wo man sich auf die Seite der Dienstleistung schlagen könnte, setzen wir uns in das Boot der Kunst. Es ist ein Boot wie von Fellini gezimmert. Seine Planken sind Sätze einer Erzählung. Seine Segel sind mit goldenen Ornamenten bedeckt, in denen sich jede Farbe aus der Umgebung unverfälscht spiegelt. Mit unseren Ruderschlägen beschriften wir die See. In unserem Möglichkeitsraum ist dieses Schiff Treibgut, nicht Galeere. Wir sind darin Reisegesellschaft, nicht Gefolgschaft. Das bedeutet vor allem, die jederzeit getrennten Wege verbinden sich bloß temporär in einem wechselseitigen Wollen. (Hier ist kein Held, der sich in das Rad der Geschichte zu werfen wünscht.)

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16•08