19. Mai 2026

Der russische Pate I

Für mich gibt es keinen Zweifel darüber, daß Präsident Putin den Krieg gegen die Ukraine gestartet hat, um mit seiner Clique die gesamte Region besser kontrollieren und ausplündern zu können, ferner um einige innenpolitische Probleme in den Griff zu bekommen.



Durch harte Arbeit sehr reich geworden?

Davor gab es über Jahre Missionen seitens diverser russischer Troll-Farmen, um über Social Media das westliche Europa zu schwächen, westliche Politik zu diskreditieren. Putin versucht Rußland zu vergrößern, seine Einflußzone auszuweiten, teils unter dem skurrilen Vorwand, in Europa würden angeblich „Nazi“ herrschen, die Rußland bedrohen.

Die Supermacht schafft es nun seit dem 24. Februar 2022 nicht, die vergleichsweise kleine Ukraine militärisch zu schlagen. Nun lese ich: „Vorrücken für Russen kaum noch möglich“. Es ist von einer kriegsmüden Bevölkerung die Rede und „Die Zweifel, dass Putin den Krieg gewinnen kann, werden immer größer.“ [Quelle]



(Quelle: The Hill)

Mir scheint, Putin kann es sich gar nicht leisten, den Krieg jetzt zu beenden. Dann müßte er nämlich unter anderem zuhause abertausende Soldaten in einer geschwächten Kriegswirtschaft unterbringen, in der es garantiert nicht annähernd genug Jobs für diese Mannschaften gibt.

Immerhin: „Eine russische Region nach der anderen führt verbindliche Quoten für Unternehmen und Betriebe ein, die russische Veteranen aus dem Ukraine-Krieg beschäftigen müssen.“ [Quelle]



(Quelle: Der Standard)

Aber: „Die russische Wirtschaft schrumpfte im ersten Quartal 2026 um 0,2 % im Vergleich zum Vorjahr, was den ersten jährlichen Rückgang in drei Jahren markiert und eine Umkehr von einem Wachstum von 1 % im vorherigen Quartal darstellt.“ [Quelle]

Jeder Diktator muß wissen, daß er ein enormes Problem bekommt, wenn eine große Anzahl junger Männer im Land keine Arbeit findet und keine soziale Zukunft hat. (Da werden vermutlich Veteranen im Run auf Arbeitsplätze mit anderen Leuten kollidieren.) Jeder erfolglose Feldherr muß überdies befürchten, daß ihn seine eigenen Prätorianer fressen, falls er nicht zu siegen versteht.

Putins Imageverlust wäre auf jeden Fall vernichtend. Er steckt also in großen Schwierigkeiten. Mir scheint, es lohnt sich, die ganze Situation auch bezüglich der Ökonomie zu betrachten. Ich lerne eben, zwei Prozent Inflationsrate wären für uns hierzulande kommod und akzeptabel. Österreich liegt derzeit bei 3,2 Prozent. Hätten wir 50 Prozent, wären wir als Gesellschaft am Arsch. Und Rußland mit seiner Kriegswirtschaft?



(Quelle: Euro News)

„Im Jahr 2025 hat die durchschnittliche Inflationsrate in Russland rund 8,7 Prozent betragen. Für das Jahr 2026 wird die durchschnittliche Inflationsrate in Russland auf rund 5,6 Prozent prognostiziert.“ [Quelle: Statista]

Trading Economics bestätigt: „Die jährliche Inflationsrate Russlands sank im April 2026 auf ein Viermonatstief von 5,6% gegenüber zuvor 5,9% und lag unter den erwarteten 5,8%. Dennoch bleibt die Inflation deutlich über dem Ziel der CBR von 4%.“ [Quelle] Ich lese außerdem, es werde Jahre dauern, eine Kriegswirtschaft auf Friedenswirtschaft umzustellen. Fraglich, ob Putin das politisch übersteht.
[Fortsetzung folgt!]

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