28. Oktober 2025

Wo stehen wir?


Die EU ist nach wie vor der größte Binnenmarkt der Welt. Mit welcher Schubkraft Chinas Außenhandel hier über alle denkbaren Kanäle reinfährt, sehr markant auch über den Versandhandel, muß ich wohl nicht näher erläutern.

Der aktuelle Handelskrieg zwischen China und den USA vollzieht sich momentan sehr wechselhaft. Vor diesem Hintergrund sollte klar sein: Westliche geprägte Demokratien (und die EU) sind nicht nur für Putin eine Systemkonkurrenz, gegen die er zunehmend vorgeht. Auch Trump und sein Vize Vance adressieren genau diese Systemkonkurrenz in zahlreichen kritischen Äußerungen.


Diese Bosse meinen ferner, uns mindestens bezüglich Demokratie, Redefreiheit und Handel Ratschläge geben zu müssen. Bei all dem ist unübersehbar, daß Putin eine Zugehörigkeit Rußlands zu Europa längst als hinfällig erachtet. Er hat bei vielen Gelegenheiten betont, daß in eben jenem westlich geprägten Europa „Nazis“ am Werk seien, um Rußland zu schaden. (Die Belege dafür fehlen.)

Zu all dem gibt es nun eine ganz frische Hintergrundfolie. China hat vom 20. bis 23. Oktober 2025 in Beijing die Empfehlungen für den 15. Fünfjahresplan beraten und verabschiedet. Dazu gehört laut „Handelsblatt“: „Exportweltmeister China will den privaten Konsum in den kommenden Jahren steigern und damit weniger abhängig von der Auslandsnachfrage werden.“

Dort lese ich auch: „Korruptionsaffären im Militär und technologische Eigenständigkeit in der Wirtschaft: Das jüngste Parteiplenum zeigt, wie Chinas Führung Macht und wirtschaftliches Autonomiestreben verknüpft.“


Dazu lese ich in einer Übersetzung der ZK-Empfehlungen: “With the aim of promoting high-quality modernization of national defense and the armed forces, it proposes to speed up the development of advanced combat capabilities, modernize military governance, and consolidate and improve integrated national strategies and strategic capabilities.” [Quelle: CGTN: China Global Television Network]

Von Indien habe ich nach wie vor den Eindruck, daß man sich vor China nicht gerade fürchtet, während Trump seine Begehrlichkeiten Richtung Kanada, Grönland etc. meines Wissens noch nicht storniert hat. Andrerseits lese ich im Spiegel“ gerade: „Mit neuen Sanktionen wollen die USA die russische Ölindustrie treffen.“

In diesem Kräftespiel werden rund um mich Leute nicht müde, europäische Regierungen und Institutionen schlechtzureden was das Zeug hält, auch recht haltlos zu beschimpfen. Gut, kann man machen, um zu demonstrieren, daß man womöglich ein „kritischer Geist“ sei. Und weiter? All jenes „Verkünden statt begründen“ und das war‘s? Als Draufgabe der beliebte Katastrophen-Voyeurismus?

Und wenn ich dann wieder dieses großspurige „Wir sind das Volk!“ lese, wünschte ich, „Wir, das Volk!“, mögen nun so langsam die Qualitäten eines guten Souveräns zeigen. Also nicht bloß meckern und schimpfen, sondern Verantwortung übernehmen, mit der Arbeit an den Problemen beginnen. Ginge das? Irgendwie? Mit irgendwas? Danke! [Fortsetzung]

+) Eurasien


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