27. Mai 2026

Der russische Pate II

[Vorlauf] Ich nehme an, daß Putin den Krieg gegen die Ukraine nicht beenden kann, weil das beim Stand seines Feldzuges innenpolitische Konsequenzen hätte, die für ihn kaum zu überstehen wären. Putin erlebt aber gerade ein massives Problem, das schon Napoleon und Hitler kannten. Eine Großarmee auf Invasionskurs muß ernährt werden. Nahrung! Futter! Fressalien!

Da rede ich noch gar nicht von sonstiger Logistik und Nachschub. Waffen, Munition, Fahrzeuge, Treibstoff. Und die Versorgung Verwundeter? Die angebliche Supermacht beschießt die kleine Ukraine nun schon länger, als Stalins Rote Armee für einen Sieg gegen die Nazi gebraucht hat.



Der Zar steckt in Schwierigleiten.

Daraus schließe ich, daß auf dem Feldherrenhügel nicht all zu viel Kompetenz wohnt. Und das vor dem Hintergrund, daß die angebliche Supermacht zuhause ein BIP pro Kopf vorweist, das hinter dem von Rumänien und Bulgarien liegt.

Klingt wie ein Witz, ist aber Faktum. Was ich an Zahlen schnell finden konnte: Rußland 2024: pro Kopf umgerechnet 14.871,00 US-Dollar. Rumänien 2025: pro Kopf 22.724,50 US-Dollar. Bulgarien 2025: pro Kopf umgerechnet 20.920,70 US-Dollar [Quelle: statista.com]



Der fromme Geheimdienstler im Auftrag des Herrn.

Putin kann offenbar nicht wirtschaften

All das bei laufender Kriegswirtschaft, welche so oder so Jahre brauchen wird, sich wieder als einträgliche Friedenswirtschaft zu bewähren. Und das schon demnächst mit Legionen versehrter, verstörter Kriegsheimkehrer, mit Invaliden aller Art, mit einem starken Anteil vormals militärischer Mannschaften, für die es nach dem Krieg keine Arbeitsplätze geben wird.

Wodurch soll dann im Land Kaufkraft entstehen, um damit was zu konsumieren? Was wird Rußland gewinnbringend ins Ausland verkaufen? Ich bin ohne besondere Ökonomie-Kenntnisse. Aber das ist mir klar: Hauswirtschaft, Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft sind grundverschiedene Kräftespiele.



Das glaub ich ja sofort! ;-)

Ich hab verstanden, daß ohne adäquaten Außenhandel unser österreichischer Lebensstandard massiv ins Wanken käme. Womit wird Rußland handeln, außer mit Öl und Gas? Wem soll das mit hohem Marktwert verkauft werden?

Europa und die EU

Bei allem Gezänk, bei allem an nötiger Kritik, sollten wir - jenseits weltanschaulicher Differenzen – wenigstes schätzen können, daß die EU (noch!) den größten Binnenmarkt der Welt darstellt. Das ist gut für Österreich

Ich muß den Leuten von unserer Wirtschaftskammer nicht alles, was sie verkünden, auch glauben, aber das leuchtet mir auf jeden Fall ein: „Die Exportwirtschaft ist das Rückgrat der österreichischen Volkswirtschaft und ihr verlässlichster Motor.“


Was soll das heißen? Zitat: „Die Exporte entsprechen mehr als 50 % der österreichischen Wirtschaftsleistung.“ Ich lese: „Neben den Warenlieferungen sind Exporte von wissensintensiven, industrienahen Dienstleistungen von besonderer Bedeutung für Österreichs Außenwirtschaft. Die Dienstleistungsexporte machen ca. ein Viertel der Gesamtexporte aus.“

Nimmt man den Export von Gütern dazu, ergibt das: „Mehr als ein Drittel der in Österreich hergestellten Waren und Dienstleistungen wird im Ausland verkauft.“ [Quelle] Nun Putins Rußland im Vergleich… [Fortsetzung]

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