1. Juli 2026

Der König des Boulevards

[Vorlauf] Ich kann mich nicht erinnern, daß ich je zuvor solcher Bildpenetranz ausgesetzt gewesen wäre. Via Social Media online zu sein hat schon eine Weile zur Folge, daß ich jeden Tag mit den Gesichtern von Trump und Putin geflutet werde. Memes, die mit haarsträubenden Nachrichten unterfüttert sind.



Die KI hat eine nützliche Barriere zwischen uns gsetzt.

Darunter laufend Meldungen, die es mir unbegreiflich machen, daß der Pate von Washington eine stabile Gefolgschaft hat, wie auch jener von Moskau. Bei allen Fakten, die mir kolportiert werden, kann ich beide nur als Superstars des organisierten Verbrechens deuten. Das „Staatsmännische“ wäre eine ganz andere Kategorie. Hier paßt eigentlich nur „Räuberhauptmann“.

Dazu werden mir stets aus ganz unterschiedlichen Quellen persönliche Eigenheiten von Trump berichtet, die mich meinen lassen, den möchte ich keinesfalls an meinem Tisch zu Gast haben. Er ist ein Großmeister des miserablen Benehmens. (Man möchte auch keinesfalls eine eigene Tochter in seiner Nähe haben.)



(Quelle: ORF)

All das lehrt mich, wie sehr meine Weltsicht Privatsache ist, wie sehr mein Menschenbild vielleicht als Ausdruck einer verhaltensoriginellen Person gelten muß, denn die zwei Paten haben offenbar eine nennenswerte Anhängerschaft.

Oder es veranschaulicht vor allem, was temporär möglich wird, wenn sich genug Menschen mit gemeinsamen Interessen zusammenrotten, weil ihnen ihre Allianz verspricht, diese Interessen ohne jede Rücksicht durchsetzen zu können.

Ein Staatspräsident, der im Amt allein letztes Jahr gut 1,4 Milliarden Dollar mit Krypro-Geschäften verdienen konnte, welche er mit seiner Amtsgewalt zum eigenen Vorteil beeinflussen konnte, fiele bei uns wohl nicht in die Kategorie „Leistung muß sich wieder lohnen“.


Als Ehemann ist der Dealmaker offenbar etwas anstrengend.

Krieg ist Business
Trump hat als Feldherr umfassend versagt, wie sich das gerade auch bei Putin abzeichnet. Über den großspurigen Dealmaker berichtete CNN – neben vielen anderen Quellen – was ich gar nicht glauben wollte: „In an interview with CBS News Monday morning, Vice President JD Vance seemed to tacitly confirm the premise that Iran could be given ‚access‘ to a reconstruction fund worth as much as $300 billion.“ [Quelle]

Das meint 300 Milliarden (!) Dollar, um zu reparieren, was der schlampige Angriffskrieg im Iran bewirkt hat; vor allem, um bezüglich der Staße von Hormus einen Zustand wieder herzustellen, der vor jenem US-Überfall gegeben war. Wie genial ist das? Und wenn ich einige Male behauptet habe, Trump sein ein Faschist, korrespondiert das mit einer Nachricht von „The Guardian“.



(Quelle: McGill Media)

Zitat: „Anne Applebaum, Pulitzer Prize-winning historian and author, has drawn a documented, scholarly line between President Trump's political rhetoric and the language of the 20th century's most destructive regimes. Trump's use of phrases like "enemies within," "enemies of the people," calling migrants and opponents "vermin," and warning of migrants "poisoning the blood" of Americans traces directly not just to Hitler but also to Stalin, regimes Applebaum has studied for decades. Her warning is specific: American politics has been racist, she notes, but calling people insects or parasites is categorically different; it is the language regimes use before they strip people of their humanity entirely.“ [Quelle] [Fortsetzung]

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