23. April 2009

Kaffe spielt in meinem Tagesablauf eine wesentliche Rolle. Ich hab im Eintrag vom 13. April beklagt, daß die überwiegende Mange an Kaffee, die mir außer Haus verkauft wird, nichts taugt.

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Vieles von dem Zeug, das ich eigentlich bloß als überteuertes Heißgetränk ansehen kann, wird von diversen Automaten-Kaffees übertroffen. Die Automaten dazu finde ich vor allem an Tankstellen. Aber auch im "Business Park", wo wir eben aufzubauen hatten.

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Renate Krammer (links) und Walter Kratner (rechts) würdigten in der Rauchpause auf dem Balkon diese Wohltat für 50 Cent. Unsere Station im Rahmen von "auf.draht" (Siehe den gestrigen Eintrag!) erbrachte einen kuriosen wie anschaulichen Moment zu dem, was ich "Das Errichten eines Möglichkeitsraumes" nenne. Die Ausstellung ist im Schwerpunkt der "großen Unterbrechung", dem Tod, gewidmet.

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Bei der Vernissage erhielt ich neben dem kleinen "Trabant" ein weiteres Spielzeugauto geschenkt. Christian Straßegger brachte mir diesen Jeep "Stirnsitzer" mit, ein Modell, das man auf unseren Straßen eher nie zu sehen bekommt.

Dieses "Gummi-Auto" ist das "Tomte #17" aus dem norwegischen Haus Lærdal. Åsmund S. Lærdal produzierte im vorigen Jahrhundert allerhand medizinisches Zubehör, unter anderem einen Puppenkopf zum Trainieren der korrekten Mund-zu-Mund-Beatmung.

Dieser Artikel wurde als "Resusci Anne" angeboten und hat einen sehr romantischen Aspekt..

Das Gesicht war davor schon zu einem Stück Kunstgeschichte geworden. Es stammt von einer jungen Frau, deren Leiche einst in Paris an den Ufern der Seine angeschwemmt worden war.

Die Totenmaske der Selbstmörderin landete schließlich in Künstlerkreisen. Albert Camus, Giacometti, Claire Goll, Ödön von Horváth, Nabokov, Anais Nin, Man Ray, Rainer Maria Rilke ...

Bloß ein kleiner Auszug der beeindruckenden Liste von Kunstschaffenden, welche sich mit diesem Motiv befaßt und es teilweise in ihre Werke eingebracht haben.

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Was mir Straßegger (auf dem Foto unten) also an diesem Abend zugespielt hat, ist ein punktgenauer "Kontext-Brocken", eine "Fuhre an Zusammenhängen", durch die man sehr gut erahnen kann, was meine Vorstellung von "art under net conditions" ausmacht.

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Genau so ereignet sich vieles, was nicht gesucht, aber schließlich gefunden wurde. Doch das ereignet sich eben so bloß in diesem konzentrierten "Möglichkeitsraum", der aufrecht erhalten sein will. Und in einem gerade sich abschließenden Geschehen tauchen folgkich unzählige Impulse für neue Vorhaben auf.

Zugleich geschieht all das auf dem Boden der Vorleistungen anderer, also etwa getragen von der Summe des Kunstgeschehens, von dem unsere Wahrnehmung immer wieder neu geprägt wird. Denn genau DAS heißt und meint "Ästhetik": Wahrnehmung.

Kaffee, Gummi-Autos und die Kunst des 20. Jahrhunderts. Damit ist zugleich umrissen, warum für mich das Kunstschaffen immer nur ein Teil meines Lebens und Alltags sein kann. Die Verstrickung in die Welt. Das Sinnliche. Die Denkarbeit und die Deutungsgeschäfte.

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Aus dem Jahr 2004 ist dieses Foto erhalten. Damals habe ich begonnen, von Gleisdorf aus eine "Strecke" zu markieren, sie zu meiner Bühne zu erklären und längerfristig zu bespielen. (Siehe dazu das "Mission Statement" zum Teilprojekt "The Junction"!)

Rund fünf Jahre nach diesem Aufbrechen erscheint allerhand aus diesem Vorsatz eingelöst:

>>Flüchtige Zeichen, Artefakte von sehr unterschiedlicher Haltbarkeit, Rewriting und Camouflage, Diskurse, Ereignisse und Prozesse ... leiblich auf die Strecke übertragen, angemessen dokumentiert, vom analogen Raum in die binäre Erweiterung des "Cyberspace" gespielt, um andernorts wieder in die Welt der greifbaren Dinge zu quellen ...<<

[auf.draht-doku]

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17•09