11. Oktober 2025

Erosion des Kulturbetriebs II


[Vorlauf] In einem Hegemoniestreit geht es ganz wesentlich um Definitionshoheit: Wer darf sagen, was es ist? Wessen Urteil ist in der Folge bindend? Das ist auch ein Ringen um überlegene Methoden und Strategien, mit denen man sich gegen Andersdenkende durchsetzt.

Ich sehe in wesentlichen Bereichen dieses Hegemoniestreits keine Verschwörung, sondern schlicht eine Kumpanei der Ignoranten. Sehen Sie sich die Interessenslagen an, da kann ein Rudelverhalten leicht andocken, ohne daß man sich anstrengen muß.



Neuer Massensport: Das Eliminieren von Widersprüchen.

Was gerne „Verschwörung“ genannt wird, halte ich für ein strategisches Vorgehen mit professionellen Mitteln, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen und Gefolgschaft zu generieren. Das ist Business. Das macht Arbeit. Ich sehe solche Modi bei politischem Personal ebenso wie bei privatwirtschaftlich aufgestellten Leuten.

Auf dem Boulevard finde ich dem gegenüber eine Menge Wichtigtuerei, die von Leuten betrieben wird, denen sonst offenbar nicht viel zur Verfügung steht, um sich etwa in den Social Media sichtbar, bemerkbar zu machen. Ich erlebe abenteuerliche Varianten einzelner Akteurinnen und Akteure, die sich eine sehr stümperhafte Art der Berichterstattung angeeignet haben.

Diese Pose lebt vom Reposting. Das heißt, jemand greift irgendwelche Berichte auf, die ihm oder ihr inhaltlich zusagen. Diese Berichte werden geteilt, also reposted, und üblicherweise bloß mit einem kurzen Kommentar versehen. Eine sehr bequeme Art der Wichtigtuerei.



Soziales Lernen 2.0: "Geh scheißen, Mitmensch!"

Darin besteht die Diskursleistung und Aufklärungsarbeit ganzer Legionen mitteilungsbedürftiger Facebookies und Netizens aller Arten. Dazu reicht ein minimales Denkvermögen. Ein wesentlicher Teil intellektueller Kraft wird damit gebunden, bewährte Instanzen der Information und der Wissensbildung zu diskreditieren. Darum diese populären Töne a la „Lügenpresse“ oder „Mainstreammedien“. Daher das energische Herabwürdigen von „der Wissenschaft“. Viel an platten Verallgemeinerungen, die mit erheblichem Einsatz in Gang gehalten werden.

Soweit mich das noch erreicht, denn es läßt sich nur begrenzt abweisen, finde ich dabei erstaunliche Beispiele von rigidem Denken. Ich sehe, soweit ich es näher kennengelernt habe, da draußen freilich keine Verschwörung. Was sich da aufplustert und das Herumbehaupten für Kritik hält, kenne ich als die erwähnte Kumpanei der Ignoranten, welche auch früher oft stattfand. Aber das hatte via Bassena, Stammtisch und Leserbriefspalten weder die Reichweite, noch die Dynamik, wie ich sie heute von Internet-Strömungen kenne.



Eine Perle unseres geistigen Lebens erklärt, wie wir so sind.

Ich rezensieren schon eine Weile in Glossen den Rechtsruck, wie ich ihn bei meinem Milieu feststelle, dem Kunst- und Kulturvölkchen. Dazu kommen gelegentliche Aufdringlinge, die im Vorbeigehen versuchen, mir was auszurichten; exemplarisch der Schnösel vom Kulm.

Bemerkenswert, wie solche Typen Unwahrheiten ausstreuen, um ihre Anfechtungen zu begründen. Widerlegt man ihre Malversationen mit den entsprechenden Quellen, ignorieren sie solche Belege und behaupten, man würde sie beleidigen. Der Dreh: a) Blame Shifting und b) Verfälschung der Quellen. (Siehe dazu: „Rigides Denken: der Schnösel III“!) [Fortsetzung]

Die erwähnten Kolumnen
+) Kulturpolitik (v@n-site)
+) Kulturpolitik (Kunst Ost)
+) Rechtsruck
+) Mars
++) Palästina


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