Damit verkürzt jemand dann auch „Kritik“ auf ein
bloßes Anschütten Andersdenkender; eine Behaupterei,
zu der keine Gründe mehr genannt werden. Das heißt,
die Debatte wird abgeschafft und durch knappe (Vor-)
Urteile ersetzt. Urteilsbegründung? Purer Luxus. Der
Modus lautet
„Verkünden statt begründen“.
In einem Streitgespräch könnte ja auch
Dissens gelten und dürfte so stehengelassen werden.
Dann sind wir uns eben nicht einig. Macht nichts!
Wer sich aber in den Social Media aufplustert, um
sich hervorzuheben, egal, worauf sich dieser
Anspruch stützt, braucht keine Gründe. Psychiaterin
Heidi Kastner hat diesen Modus in ihrer Arbeit zum
Thema „Dummheit“ knapp zusammengefaßt:
„Wollen
sie diskutieren oder wollen recht haben?“
Ich habe mir zu Anschauungszwecken den Herrn
Alois Schnösel erschaffen, dessen zitierte Aussagen
allerdings Originalton lebender Personen sind.
Dieser Alois Schnösel (aka
Schnösel vom Kulm) zeigt wie es geht. Ich
staune, daß ihm dabei andere Kunst- und
Kulturschaffende auch noch applaudieren, denn diese
exemplarische Art eines tyrannischen
Dorfschulmeisters korrumpiert unseren Kulturbetrieb
an allerhand Ecken.

"Alles Deppen, außer wir!"
Das Geltungsbedürfnis des Schnösels geht so weit,
daß es nicht vorzieht, in dieser Sache anonym zu
bleiben, sondern indem er mich gelegentlich zitiert,
namentlich nennt, und alle Welt wissen läßt, daß er
damit gemeint sei. (Ich bin sicher, daß er so ein
wenig beiträgt, meine Leserschaft zu vergrößern.)
Da möchte man annehmen, daß der Mann keinesfalls
zu den hellsten Kerzen auf der Torte zählt. Eine
kleines Beispiel, Zitat:
„Betrifft Krusche:
Seine Selbstherrlichkeit ziehen wieder einmal in
gewohnt beleidigender Manier über mich her, er
bezichtigt mich - wie seit Jahren- aller Unsitten,
die er selbst vorlebt und verschafft mir letztlich
doch ein breites Grinsen darüber, wie er sich ob
eines kleinen, gar nicht sonderlich bösartigen
Posts, in epischer Breite seine Timeline
strapaziert.“ (Nein, daß wir „seit Jahren“
miteinander zu tun hätten, ist gelogen.)

Sie werden kaum überrascht sein, da
haben der Schnösel und ich Dissens.
Das heißt, anstatt meine Argumente anzugreifen und
eventuell mit Gegenargumenten zu entkräften, greift
er mich an. Statt Krusche-Beispiele zu nennen, die
man kritisieren könnte, bleibt bloß ein
Krusche-Bashing. Ich halte das allein schon für ein
recht taugliches Kriterium. Mit so einem
tyrannischen Dorfschulmeister muß man sich nicht
weiter befassen. Das wäre bloß vergeudete Zeit.
Rigides Denken will keine neuen Erfahrungen und
Erkenntnisse finden, sondern bloß die laufende
Bestätigung der eigenen Ressentiments. Eine Art des
geistigen Knasts, in dem man selbst zugleich
Gefangener und Aufseher ist.
[
Fortsetzung]
Die erwähnten
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Kulturpolitik (v@n-site)
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